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Donnerstag
Sep272018

Keuchhusten – nicht nur eine Kinderkrankheit

Liebe Eltern, liebe Patientinnen und Patienten,

Keuchhusten (Pertussis) gilt zwar immer noch als „Kinderkrankheit“ und kann besonders für junge Säuglinge lebensbedrohend verlaufen, aber 2/3 der Keuchhustenerkrankungen treten bei Erwachsenen älter als 19 Jahre auf. Somit spielen die Erwachsenen eine wichtige Rolle als Überträger für Säuglinge und Kleinkinder.

Keuchhusten ist sehr ansteckend, übertragen wird er durch Tröpfchen bei engem Kontakt (<1m Abstand). Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung dauert es durchschnittlich 9-10 Tage, die Gefahr der Ansteckung von Kontaktpersonen ist in den ersten 2 Krankheitswochen am höchsten.

Der Keuchhusten beginnt zunächst mit erkältungstypischem Husten und geht dann in die typischen Hustenanfälle mit anschließendem Erbrechen über, die besonders nachts sehr quälend sind und nur langsam abklingen. Insgesamt dauert der Keuchhusten 3 – 4 Monate. Bei Erwachsenen fehlen oft die typischen Hustenanfälle.

Komplikationen sind Lungenentzündungen und Rippenbrüche, bei Säuglingen Krampfanfälle, Atemstillstände und Hirnschädigung.
Eine durchgemachte Keuchhustenerkrankung hinterlässt einen Immunschutz für  10 – 20 Jahre, also nicht lebenslang, wie oft irrtümlich angenommen wird.

In den ersten 3-4 Krankheitswochen ist es mittels Nasenabstrich möglich, eine Keuchhustenerkrankung nachzuweisen, im weiteren Verlauf durch die Bestimmung der Antikörper im Blut.

Mit einer sehr frühzeitigen antibiotischen Behandlung in der Ansteckungs – und frühen Erkrankungsphase kann man den Verlauf mildern. Bei später einsetzender Antibiose kann man die Ansteckungsfähigkeit verkürzen und die Betroffenen dürfen nach 5 Tagen wieder Gemeinschaftseinrichtungen (Kindergärten, Schulen usw.) besuchen. Ohne Antibiose sind die Patienten mindestens 3 Wochen nach Beginn der typischen Hustenanfälle ansteckend.
Regelmäßige Impfungen schützen vor Erkrankungen. Die offiziellen Impfempfehlungen sehen regelmäßige Impfungen im Kindes- und Jugendalter sowie eine einmalige Keuchhustenimpfung für Erwachsene im Rahmen der regelmäßigen Auffrischimpfungen für Diphtherie und Tetanus vor. Diese Empfehlung gilt besonders für Frauen im gebärfähigen Alter. Die Impfung schützt zu etwa 85% vor der Erkrankung. Eine Erkrankung trotz Impfung verläuft wesentlich milder als ohne Impfschutz. Der in den 1990er Jahren eingeführte Impfstoff ist gut verträglich (im Gegensatz zu dem vorher eingesetzten „Ganzkeim“-Impfstoff) und vermittelt einen Schutz für 8-10 Jahre.

Da Säuglinge besonders in den ersten Lebenswochen gefährdet sind, in denen sie noch nicht ausreichend durch Impfungen geschützt sind, sollte die Familie gegen Keuchhusten geimpft sein.

Ich wünsche Ihnen eine infektarme und vor allem keuchhustenfreie Herbst- und Winterzeit!

Dr. Bettina Aichholzer
Kinderärztliche Gemeinschaftspraxis – Ärztehaus Bad Endorf